Im G-Arten

Im Osten wurde uns blühende Landschaft versprochen,
also sind wir in der Not dahin aufgebrochen
Doch schon beim Überfliegen merkten wir
In vielen Landstrichen lebt kaum noch ein Tier

Und als wir dann endlich am andren Ende ankamen
stellten wir fest: auch hier kein Erbarmen.
Wir flogen zunächst nach Leipzig ein
denn wir hörten dort solls noch fein seinEs ist Dr. Schrebers Ursprungsstadt,
hier fanden nachhaltig prägende Dinge statt
Die Mutterstadt mancher guten Bewegung
Vielleicht gar ein Ort zur Grundsteinlegung?

Und fürwahr ist diese Stadt im direkten Vergleich
noch recht achtsame Hüterin eines echten Lebensbereich.
Doch erfuhren wir dort vor Ort –
auch hier sind schon viele Tiere fort.

Das Geld kam in die Stadt & nahm sich dafür
Die gestaltbaren Freiräume für Mensch & Tier
Also flüchteten wir – so sollt es wohl sein
zunächst in einen Schreber Kleingartenverein

Naturschutz wurde uns fest zugesagt
– wir hatten extra nachgefragt
Der wär sogar gesetzlich vorgeschrieben,
so sind wir im Vertrauen erstmal dort geblieben.

Tatsächlich gibt es sehr viele Gartengesetze
Und auch Naturschutz ist darin nicht das letzte
Doch in der gängigen Praxis ist er nicht zu entdecken
Kaum ein Schrebergarten bietet Schutz(h)ecken

Ein vorbildlich überpflegter G-Arten

Vielmehr drängt sich fast zwingend auf
Viele Kleingärtner hassen Natur & ihren Verlauf
Was jedes Lebewesen sofort sieht,
das ihre überpflegten Parzellen befliegt.

In unserem “zum Beispiel*” Gartenverein
finden die meisten Naturschutz nicht fein
Sie haben statt Wildwuchs lieber steril als Ziel
Eine intakte Umwelt passt nicht in ihr Kalkül
Natur im Sinne von freier, betreuter Entfaltung
entspricht keineswegs ihrer Sachverwaltung *

An Lebensraum für Tiere wird seltenst gedacht,
kein Igelschutzort, kein Schlafplatz für die Nacht.
Kein grün am Wegrand – kahlrasierte Gemeinschaftsflächen
In der Summe so unnatürlich – fast ein Umweltverbrechen

Schrebers Praxis heimischer Flora und Fauna

Sie bekämpfen erfolgreich den Löwenzahn,
den man dafür im Baumarkt als Saatgut kaufen kann.
Pusteblumen – früher jedem Kind bekannt
Die sieht man nicht mehr – auf ihrem Stück Land.

Gar viele Menschen sind Freunde des Tötens von Arten
Sie mögen keine Natur sondern nennen es G-arten
Wenn sie Meister spielen über Leben und Tod
Ein Stück Land in ihrer Hand gerät zügig in Not.

G(etötete)Arten-Freunde bilden sogar Vereine,
und gar nicht so selten auch richtig gemeine.
Manch G-Artenfreund von Dr. Schreber
ist gerne mal ein fieser Streber
und mit Eifer Lebensjäger

Klein ist dann nicht nur der Garten sondern recht oft auch der Geist
Was schon ein Blick auf die Umweltbilanz dort beweist
Heimisches Heilkraut ohne Namen? Findet kein Erbarmen!
Kleingeister spielen Gott – was nicht gefällt aufs Schafott

Existenzrecht beruht bei Schrebers oft nur auf Funktion
Auf Wert, Maß & Stab, gern auch auf Kosten & Lohn
Schon seit über 100 Jahren wird dort so verfahren
Das Ergebniss offenbart es klar – nichts ist mehr so wie’s mal war!

Doch auch urbanes Gärtnern hat überleben nicht drauf!
Überpflegte Hochbeete halten das Sterben nicht auf!
Raupen für größere Schmetterlinge?
Die gibt es nicht mehr! – stattdessen andere Dinge:

Neonicotin & Glyphosat machen Mensch & Tiere satt
dann langsam krank bis zum Umfallen & Aussterben
schon längst finden ganze Arten keine Erben.

Der kleinen Gärtner Paradies
ist für die Natur oft richtig mies
den fies sind ihre zwanghaften Gedanken
die sich um maximale Selbstsucht ranken.

Der dickste Kürbiss – die grösste Blaukornkartoffel,
Doch keine Pflanze für Raupen haben sie diese Stoffel.
Ins Beet kommt ein unfruchtbarer F1 Hybrid,
dessen verzüchtetes Wachstum fast von allein geschieht.

Raupenpflanze 2018: Feldahorn

Dazu herrscht ein stetiger Wettbewerb
wer hat hier den schönsten Gartenzwerg?

Statt es wachsen zu lassen was natürlich passiert
– wird ein gekauftes Insektenhotel hinmontiert.
Meist ein Vogelfüttergestell, ein Insektenbufett
Der Specht zwitschert “Danke” & klopft kurz mal nett.

Selbst ein sehr kleiner Garten muß nicht entarten,
sondern könnte Leben auch schützen – indem sie ihn nicht voll nützen
Natürliche Umwelt als Vielfalt erhalten ,
heisst recht oft nicht viel mehr als : Bitte hier nicht gestalten!

Raupenpflanzen sind Lebensräume – auch tote alte hohle Bäume
In wilden oft ungepflegt wirkenden Ecken
läßt sichs zum überleben noch recht gut verstecken

Darf Futterklee auch Wildbienen füttern?

Wo sind die Brennesselecken für Larven & Puppen,
die nach einiger Reife mit Flügeln entfluppen?

Atmende Wiesen die surren & summen-
sie sind schon seit längerer Zeit am verstummen.
Auch die Vögel sterben aus werden sie nicht mehr satt 
Der Erfolg der Funktion setzt das Leben schachmatt.

So sind Schrebergärten trotz manch gutem Willen,
doch auch vorwiegend Orte wo sie uns Killen
Wir müssen weiter, können und wollen hier nicht bleiben
weil bösartige Menschen uns tatkräftig vertreiben.

Vorbildlich angepflanzte Gemeinschaftsfläche

Kaum Insekten, kaum Vögel, kaum Wildwuchs – ungeschützt.
In der Praxis wird klar das Schrebern dem Leben nicht nützt.
Kaum Brummen und Summen – alles längst am verstummen
Doch tagtäglich dröhnt von ungefähr – irgendwoher ein Rasenmäher.

Doch zum Glück ist hier in Leipzig nebenan
noch ein selten guter Landwirtsmann.
Dort wachsen im Feld noch Mohn, Kornblumen und Wicken
Die uns beglücken und mit Reiseproviant bestücken.

Lebensraum – man glaubt es kaum

Auch die Stadt man darf es einfach sagen
bietet nicht so viele Gründe zu klagen
Dafür sind hier – anders als im Westen
es öfter die Bürger welche die Umwelt verpesten

Einige Rentner die ihre Zeit totschlagen
indem sie nach dem Leben jagen
Und auch Teile der jüngeren Generation
spotten achtlos ihrer Umwelt Hohn.

Die biblische Übersetzung wurde falsch “gegendert”

Schmetterlinge wachsen sehn
intakte Natur verstehen
Das ist Schrebern meistens fremd
sie folgen lieber einem Trend.

Jenem den wir schon lang beschreiben
deshalb müssen wir sie meiden.
Aussterben können sie alleine
Wir meiden lieber das Gemeine

Wir haben es euch gut beschrieben
lernt eure Pflanzen selber lieben

Wir Bienen bleiben auf der Flucht
Es wird dringend Lebensraum gesucht!
Hoffnung finden wir nur noch privat
also auf zum nächsten Start …

  • im beschriebenen Verein gibt es 125 Parzellen von denen ganze 16 als insektentauglich gelten können. Über 70 Parzellen sind zweifelsfrei lebensfeindlich überpflegt! d.h. ganze 12% entsprechen einem umwelt- & naturfreundlichem Ansatz. Das reicht kaum zum Arterhalt geschweige denn als Grundlage einer natürlichen Nahrungskette – auf einer Fläche von grob 63000 Quadratmetern… Großen Dank und Respekt für die sehr wenigen bewussten Lebensretter unter ihnen! Sie vermeiden die totale Wüste…!

 

  • Eine Klartext-Dokumentation des Überlebens im Schrebergarten ist in Vorbereitung …

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